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1. Futtermitteltag

Ackerbohnen sind ein wertvoller Eiweißlieferant

Futtermittel: Global oder Regional?

Der 1. Futtermitteltag der AbL und Germanwatch ist Geschichte. Über 50 Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Handel und Entwicklungszusammenarbeit diskutierten die Vorträge der Referenten intensiv.

Hier können Sie in den Präsentationen des vormittags blättern:

 

 -  Heiko Kornahrens (244 KB), HL Hamburger Leistungsfutter GmbH

 - Jan Wittenberg, napus GmbH; die schöne und bildreiche Präsentation ist zu groß um sie hier platzieren zu können. Bei Interesse melden Sie sich bei der Projektleitung.

Podiumsdiskussion

Am Nachmittag wurde auf der Podiumsdiskussion "Futtermittelstrategie mit Zukunft und agrarpolitische Handlungsfelder" intensiv über die Regionalisierungsmöglichkeiten diskutiert und die möglichen flankierenden agrarpolitischen Handlungsfelder benannt. Eine ausführliche Dokumentation werden Sie in Kürze hier finden. Einen Überblick gibt die Pressemitteilung der AbL und Germanwatch wieder.

Pressemitteilung

Heimische Futtermittel als zukunftsfähiges Landwirtschaftsmodell

Experten aus Entwicklungspolitik, Landwirtschaft und Handel in der Debatte Hamm, 4. Juni 2013.

Der intensive Einsatz importierter Eiweißfuttermittel für die exportorientierte Erzeugung von Fleisch und Milch bringt regionale und globale Probleme mit sich und verschärft die Hungersituation", stellten Experten auf dem ersten Futtermitteltag der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL e.V.) und der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch fest. Tobias Reichert von Germanwatch: "Die exportorientierte industrialisierte Tierproduktion ist für den Löwenanteil der Treibhausgase aus der deutschen Landwirtschaft verantwortlich, wobei die Abholzung von Wäldern und Savannen für Sojaanbau eine wichtige Rolle spielt. Daher ist eine stärkere Verwendung heimischer Leguminosen ein Beitrag zum Klimaschutz." Die gesellschaftliche Diskussion über die Tierhaltung und die Ablehnung von Gentechnik in Lebensmitteln erfordere einen vermehrten Einsatz von heimischen Eiweißfuttermitteln, teilt die AbL mit. "Den Leguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen oder Kleegras als natürliche Stickstoffsammler kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, weil sie wertvolle Eiweißfuttermittel sind und Fruchtfolgen bereichern", so Christoph Dahlmann, Projektleiter des Eiweißfuttermittelprojektes der AbL NRW "Vom Acker in den Futtertrog". Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bauer und Vertreter der AbL betonte: "Wir benötigen eine sonnengestützte statt erdölgesteuerte Zukunftslandwirtschaft. Leguminosen sind keine Nische des Ökolandbaus, sondern notwendige Voraussetzung für eine Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft. Ohne Leguminosen wären wir vor dem Erdöl verhungert, und ohne Leguminosen werden wir nach dem Erdöl nicht überleben." Deshalb sei nicht nur eine Eiweißstrategie, sondern eine Leguminosenstrategie notwendig. Denn während etwa die Erzeugung von Raps viel Energie in Form von synthetischen Stickstoff benötige, liefere der Leguminosenanbau durch deren Fähigkeit der Luststickstofffixierung Dünger gratis mit. Dr. Thomas Schmidt vom Verband der Ölsaatverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) stellte fest, dass Rapsextraktionsschrot mit mehr als 3,5 Millionen Tonnen in der Fütterung einen erheblichen Anteil zur Schließung der sogenannten Eiweißlücke von aktuell etwa 70 Prozent beiträgt. In der arbeitsteiligen Welt sieht er aus Kostengründen nur eingeschränkte Alternativen bei der hohen Produktionsintensität in der Tierhaltung. Friedrich Ostendorff, Agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, unterstrich, dass eben diese intensive Produktion weder bei der Erzeugung von Soja in Übersee noch in der hiesigen Verwertung nachhaltig sei und nicht den Vorstellungen weiter Teile der Gesellschaft entspreche. Eine Umkehr von diesem exportorientierten Modell sei daher geboten. Bei der Umsetzung der europäischen Agrarreform gehören laut AbL und Germanwatch die Stärkung der einheimischen Futtermittelerzeugung und der Leguminosenanbau auf die agrarpolitische Tagesordnung. Statt wortreicher Ankündigungen der Bundesregierung zu Eiweißstrategien könnte Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner den Leguminosenanbau bei den Umweltmaßnahmen der Agrarreform fest installieren und schon jetzt eine wirksame Unterstützung für Züchtung, Forschung, Anbau, Verwertung und Handel leisten. 

Die Pressemitteilung als  pdf (50 KB)

Berichterstattung

Die Veranstaltung wurde in den Medien mit Interesse verfolgt. Unten stehend eine Auswahl an Artikeln und Radiobeiträgen:

 

 

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Am 3. Juni 2013 findet der 1. Futtermitteltag der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL e.V., dem Projekt "Vom Acker in den Futtertrog" und Germanwatch mit dem Thema: in Hamm (Westf.) statt.

 

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen das Programm vorstellen, die Möglichkeit zur Anmeldung geben und einige Hintergrundinformationen zur Verfügung stellen.

Programm

10:00 Uhr  

10:30 Uhr  

Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer

Dr. Klemens van de Sand, Bundesvorstand Germanwatch

10:45 Uhr  

Dr. Thomas Schmidt, Referent Futtermittel und Tierernährung, Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID)

11:15 Uhr  

PD Dr. Stephan Albrecht, Herausgeber der deutschen Ausgabe des Weltagrarberichts, Universität Hamburg

11:45 Uhr  

Dr. Gerhard Stalljohann, Referat Tierproduktion, Landwirtschaftskammer NRW

12:15Uhr    Regionale

   Jan Wittenberg, napus GmbH, Sojaverarbeitung & Handel

   Heiko Kornahrens, Produktmanager HL Hamburger Leistungsfutter GmbH, u.a. Rapsverarbeitung & Handel

Mit anschließender Diskussion der Beiträge

                   Moderation: Christoph Dahlmann und Berit Thomsen (AbL)

13:15 Uhr   Mittagsimbiss

14:15 Uhr Futtermittelstrategie mit Zukunft und agrarpolitische Handlungsfelder

Dr. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bioland-Landwirt und ehemaliger Bundesvorsitzender der AbL

Tobias Reichert, Referent für Welternährung, Landnutzung und Handel, Germanwatch

Markus Wolter, Referent für Agrarrohstoffe und Tierhaltung, WWF

Dr. Thomas Schmidt, Referent OVID

Friedrich Ostendorff, Agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen

Moderation: Dr. Christian Schüler, Universität Kassel/Witzenhausen

16:00 Uhr   Ende

Das Programm als pdf

Anmeldung & Veranstaltungsort

Schicken Sie eine mail an  schaefer[at]abl-ev.de oder an  dahlmann[at]abl-ev.de

Wir nehmen Ihre Anmeldung gerne entgegen.

Der Veranstaltungsort ist das Heinrich-von-Kleist-Forum am Platz der deutschen Einheit 1 in Hamm. Eine Anfahrtbeschreibung finden Sie  hier. (986 KB)

Wenn Sie mit dem Zug anreisen befindet sich das Heinrich-von-Kleist-Forum den Hauptbahnhof via Hauptausgang verlassend, in etwa 100 Meter Entfernung auf der linken Seite.

 

Anmeldeformular zum 1. Futtermitteltag

 

Hintergrund

Futtermittel spielen in der Landwirtschaft aber auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen, eine große Rolle. In den letzten Jahrzehnten hat sich auch hier eine globale Arbeitsteilung durchgesetzt bei der die europäische Tierhaltung besonders im Eiweißbereich überwiegend auf Import-Soja angewiesen ist. Neben der Problematik mit gentechnisch verändeter Soja, zeigen sich bei diesem System die Abhängigkeiten immer wieder in Form von hohen Sojapreisen. Im letzten Jahr erreichten die Sojaextraktionsschrotpreise aufgrund dürrebedingter Ernteausfälle in weiten Teilen Nord- und Südamerikas zeitweilig über 50 Euro je Dezitonne.

In Folge der globalen Klimaveränderung werden diese Wetterextreme zunehmen. Im Pflanzenbau zeigen sich immer mehr die Grenzen enger Fruchtfolgen auf. Wird die regionale Eiweißfuttererzeugung zukünftig nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch erstrebenswert.

Aber auch im Biobereich wird mit dem Auslaufen der Ausnahmeregelung ab 2014 die Beantwortung der Versorgungsfrage immer drängender. Wie werden hier die Probleme gelöst: Eher regional oder wird auch hier immer mehr über Importe gedeckt?

Wieso hat sich überhaupt diese Arbeitsteilung durchgesetzt und unter welchen ökologischen und sozialen Folgen? Wie kann eine Ausrichtung der deutschen und europäischen Agrarpolitik für eine ökologische, sozial nachhaltige und gentechnikfreie Futtermittelerzeugung aussehen?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit Ihnen diskutieren und laden Sie herzlich ein am  3. Juni zu uns nach Hamm zu kommen.

Hintergrundartikel

In der Unabhängigen Bauernstimme wird die Thematik immer wieder aufgegriffen. Wir stellen Ihnen hier einige Artikel zur Verfügung: